Cholesterin, Hafer und der Einfluß des Mikrobioms
Das sogenannte Mikrobiom ist in den letzten Jahrzehnten immer stärker in den Fokus der Forschung geraten. Heute weiß man, dass Darmbakterien einerseits entscheidend in den Abbau der Nahrung eingreifen. Andererseits produzieren sie aber auch Stoffwechselprodukte, die sie in ihre Umgebung abgeben, so auch in den Blutkreislauf. Man spricht hier von sog. Metaboliten. Sie versorgen damit unter anderem Darmzellen mit Energie, so dass diese ihre Aufgaben besser wahrnehmen können.
Genau über dieses Thema: das Mikrobiom und seine Metabolite hielt ich im Dezember 2025 einen Impulsvortrag für den Arbeitskreis mikrobiologische Therapie e.V. unter Leitung von Dr. Uwe Peters. Lesen Sie dazu gerne mehr unter folgendem Blogbeitrag: Darmgesundheit: mehr über das Mikrobiom
Update aus der Wissenschaft zum Thema Cholesterin
In der eingangs erwähnten Studie ist etwas wirklich neu: Hier wird erstmals gezeigt, dass die Wirkung des Hafers nicht nur auf der ernährungsphysiologischen Wirkung von Beta-Glucan und Ballaststoffen beruht, sondern auch über mikrobielle und biochemische Prozesse im Darm vermittelt wird.
Die Studie ist damit die erste, die den altbekannten klinischen Effekt der Haferkur molekular erklärt, ohne sich auf vereinfachende Ballaststoffmodelle zu beschränken. Das ist in der Verknüpfung von Metabolom, Mikrobiom und Lipidparametern nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Diskussion über die gesundheitlichen Wirkungen des Hafers.
Was zeichnet den Paradigmenwechsel aus?
Die Autoren der Studie begründen diese außergewöhnliche Wirkung mit Wechselwirkungen zwischen Inhaltsstoffen des Hafers und der Darmmikrobiota bzw. deren Metaboliten, wobei der signifikante Anstieg bestimmter phenolischer Verbindungen im Blut (Ferulasäure und deren mikrobielles Abbauprodukt Dihydroferulasäure) besonders auffällig war. Lesen Sie gerne mehr zum Thema Mikrobiom/ Darmgesundheit in Köln bzw. zum Thema Labordiagnostik/Mikrobiom und seine Metaboltite.
Studiendesign und Ergebnisse: Haferkur kann Cholesterinspiegel senken
Untersucht wurden 68 Versuchspersonen mit metabolischem Syndrom – einer Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, verbunden mit einem hohen Diabetes-Risiko.
Die Probanden nahmen entweder über zwei Tage eine stark kalorienreduzierte Kost zu sich, die fast ausschließlich aus Haferflocken bestand oder unterzogen sich einer sechswöchigen Diät, bei der die Versuchspersonen täglich 80 Gramm Hafer zu sich nahmen, ohne sich ansonsten einzuschränken.
Das Ergebnis ist bemerkenswert: Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verbesserten sich die Cholesterinwerte signifikant – und dieser Effekt war selbst nach sechs Wochen noch messbar. Richtig verstanden: Es handelte sich um eine Kurzzeit-Hochdosis-Haferintervention, die aus einer einmaligen, zweitägigen, stark kalorienreduzierten Haferkost bestand.
Trotz dieser kurzen Dauer zeigte sich eine signifikante Senkung des Gesamt- und LDL-Cholesterins. Im Vergleich zur Kontrollgruppe fiel das Gesamtcholesterin um stolze 8 % und das LDL-Cholesterin um etwa 10 %.
Besser zwei Tage viel Hafer als sechs Wochen wenig
Die positiven Wirkungen der Haferkur waren tendenziell sogar noch sechs Wochen später nachweisbar.
„Eine kurze Haferkur in regelmäßigen Abständen könnte eine gut verträgliche Möglichkeit sein, den Cholesterinspiegel im Norm-Bereich zu halten und einem Diabetes vorzubeugen“
Juniorprofessorin Frau Marie-Christine Simon, Uni Bonn
Allerdings ist zu beachten, dass das Getreide in der aktuellen Studie seine Wirkung vor allem in hoher Konzentration entfaltete und in Verbindung mit einer Kalorienreduktion: Eine sechswöchige Diät, bei der Versuchspersonen täglich 80 Gramm Hafer zu sich nahmen, ohne sich ansonsten einzuschränken, erzielte geringe Effekte.
„Nun kann im nächsten Schritt geklärt werden, ob eine sich alle sechs Wochen wiederholende intensive Hafer-Kur auch tatsächlich dauerhaft präventive Wirkung entfaltet“, so Simon weiter.
Cholesterin und Ihre Ernährungsberatung in Köln
Welche Erkenntnisse lassen sich aus dieser wissenschaftlichen Arbeit ziehen? Hafer wirkt nicht nur als Ballaststofflieferant, sondern kann über die Wechselwirkung mit dem Darmmikrobiom eine aktive Rolle bei der Senkung des Cholesterins spielen.
Kurzfristige, klar strukturierte Haferintervention, begleitet durch Ihre Ernährungsberatung in Köln, können v.a. bei Menschen mit metabolischem Syndrom rasch wirksame Verbesserungen des Lipidstoffwechsels erzielen. Haferbasierte Ernährung kann damit als sinnvolle ergänzende Maßnahme zur Prävention und Behandlung lipidassoziierter Stoffwechselstörungen betrachtet werden – einfach, kostengünstig und gut verfügbar.
Ihre Heilpraktiker-Praxis in Köln
Birgit Schroeder
Studie:
Cholesterin Hafer und das Mikrobiom, Frau Prof. Simon, Nature Communications
Die Blogartikel dienen ausschließlich der Information und Wissensvermittlung. Sie sind keine medizinische Beratung und dienen nicht der Diagnose oder Behandlung von Krankheiten. Wenn Sie Beratung zu gesundheitlichen Beschwerden benötigen, wenden Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin oder an andere qualifizierte Therapeut:innen.