Eine geschwächte Darmschleimhaut bedeutet letztendlich, dass die Darmbarriere geschwächt ist. Sowohl über eine Stuhlanalyse als auch über das Blutlabor, läßt sich ein sog. Leaky- Gut- Phänomen sehr gut diagnostizieren. Lesen Sie dazu mehr unter Labordiagnostik. bzw. unter Darmgesundheit.
Darm-Hirn- Achse: Entzünden aus dem Darm beeinflußen den Gehirnstoffwechsel
Eine überwuchernde Fäulnisflora kann gerade bei einem vorliegenden Leaky- Gut- Befund dazu führen, dass Fäulnistoxine und andere immunstimulierende Substanzen (LPS) in den Blutkreislauf gelangen.
Das hierüber aktivierte das Immunsystem kann systemische Entzündungen fördern– ein Prozess, der wiederum in Studien mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen in Verbindung gebracht wird. Denn
Entzündungen beeinflussen auch den sog. Tryptophan-Stoffwechsel: Statt zur Serotoninsynthese wird die Aminosäure Tryptophan vermehrt in den Kynurenin-Weg geleitet, was potenziell neurotoxische Effekte haben kann und damit den Gehirnstoffwechsel ebenfalls negativ beeinflußen kann. Lesen Sie dazu auch gerne den Blogbeitrag: das Metabolom.
Was bedeutet das für die Ernährung?
Aus den bisherigen Erkenntnissen lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:
• Ballaststoffreiche Lebensmittel (Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst) fördern die Produktion kurzkettiger Fettsäuren: hierzu gibt es einen informativen Blogartikel: Butyrat und Darmgesundheit
• Proteinreiche Ernährung sichert die Versorgung mit neuroaktiven Aminosäuren
• Polyphenole (z. B. aus Beeren, Olivenöl, grünem Tee) wirken antioxidativ und entzündungshemmend
• Fermentierte Lebensmittel (z. B. Sauerkraut, Kefir) können das Mikrobiom positiv beeinflussen
• Ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, unterstützen Gehirnfunktionen – auch wenn ihre spezifische Wirkung auf Depressionen noch nicht abschließend geklärt ist.
Auch hierzu gibt es einen sehr informativen Blogartikel: Omega- 3- Fettsäuren und die Studienlage
Wenn Sie eine individuelle, gezielte Ernährungsberatung wünschen, nehmen sie gerne Kontakt mit Ihrer Heilpraktiker- Praxis in Köln auf.
Ernährung, Stoffwechsel und Psyche: ein erweitertes Verständnis
Trotz vielversprechender Befunde ist die Evidenzlage noch begrenzt. Leitlinien empfehlen zwar eine ausgewogene Ernährung als unterstützende Maßnahme, sehen jedoch bislang keine ausreichende Grundlage für spezifische ernährungstherapeutische Interventionen oder Nahrungsergänzungsmittel.
Das Wissen über Ernährung und den Zusammenhang der Darm- Hirn- Achse ist zudem im klinischen Alltag noch wenig verbreitet, auch wenn das Interesse wächst.
Ihre Praxis am Sachsenring in Köln arbeitet aber genau aufgrund dieser Zusammenhänge in einem Netzwerk mit Psychotherapeut:innen, Heilpraktiker:innen für Psychotherapie in Kooperation zusammen: Hand in Hand zu Wohle der Patient:innen. Denn neben der Psychotherapie kann die Psyche von Ernährung, Darmgesundheit und Mikronährstofftherapie aus den genannten Aspekten sehr profitieren.
Mehr als Biochemie: Die Rolle von Genuss und sozialem Kontext
Bei aller wissenschaftlichen Perspektive ist es mir sehr wichtig, einen Aspekt nicht zu übersehen:
Essen ist mehr als die Summe seiner Nährstoffe. Es ist auch ein soziales, emotionales und kulturelles Erlebnis.
Klinische Erfahrungen zeigen, dass gemeinsames Kochen und Essen positive Effekte auf Stimmung und Selbstwirksamkeit haben können – unabhängig von biochemischen Mechanismen. Genuss, soziale Interaktion und das Erleben von Selbstfürsorge sind eigenständige Faktoren für psychisches Wohlbefinden.
Eine zu rigide, rein funktionale Betrachtung von Ernährung kann daher kontraproduktiv sein. Eine ausgewogene Ernährung sollte idealerweise sowohl physiologische als auch psychosoziale Aspekte berücksichtigen. Auch diese Facette läßt die Praxis am Sachsenring, Ihre Ernährungsberatung in Köln, bei der Therapieplanung mit einfließen.
Fazit
Die Nutritional Psychiatry liefert ein zunehmend differenziertes Bild: Ernährung beeinflusst die psychische Gesundheit über multiple, miteinander verknüpfte Mechanismen – darunter Neurotransmittersynthese, Entzündungsprozesse, Mikrobiom-Dynamiken und metabolische Faktoren. Vor allem die klinische Psycho- Neuro- Immunologie sieht den Menschen als Netzwerk und verbindet die beschriebenen Interaktionen in einem wissenschaftlich fundierten Therapiekonzept. Lesen Sie gerne mehr dazu unter Ihre Kpni in Köln bzw. hören in den Podcast der Deutsch- Österreichischen Gesellschaft für kPNI e.V.
Ihre Heilpraktiker- Praxis in Köln
Birgit Schroeder, Master in KPNI

