Also was genau sind eigentlich Postbiotika?
Postbiotika sind ein relativ neues Konzept in der Mikrobiomforschung und gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Medizin und besonders in der Ernährungswissenschaft im Bereich der Darmgesundheit.
Es handelt sich hierbei um bioaktive Verbindungen, die von der Darmflora produziert werden und für die Darmgesundheit sehr wichtig sind. Sie haben aber sogar auch über die sogenannte Darm- Hirn- Achse einen gesundheitlichen Nutzen für den gesamten Organismus. Postbiotika lassen sich in unterschiedliche Gruppen zusammenfassen, das Augenmerk in diesem Blogbeitrag soll auf den sog. kurzzeitigen Fettsäuren liegen: diese heißen in diesem Kontext Butyrat, Acetat und Poprionat.
Wie entstehen nun diese Postbiotika im Darm?
Letztendlich sind diese kurzzeitigen Fettsäuren , im englischen auch SCFA genannt, Stoffwechselprodukte, die durch die Fermentation von unverdaulichen Ballaststoffen, nämlich Präbiotika, im Dickdarm entstehen. Produziert werden sie von der physiologischen Darmflora, wobei bestimmte Bakterien wie das Faecalibacterium prausnitzii dies besonders gut können.
Wirkungsweise von Butyrat im Darm
Nachfolgend werden 5 Wirkmechanismen aufgezeigt, wie ein Postbiotika, hier speziell Butyrat, aus den Organismus wirken kann:
- Energieversorgung der Darmzellen:
- auch die Zellen der Darmschleimhaut benötigen Energie. Butyrat ist eine bevorzugte Energiequelle und fördert damit auch die Regeneration dieser Zellen.
- Leaky- Gut- Reparatur:
- Butyrat fördert die Bildung von Tight- junctions. Je besser die Tight- Junction – Funktion, desto mehr Schutz ist gegeben vor dem Eindringen von Toxinen und Pathogenen in den Körper (Die Bedeutung des Darmes mit seiner Barrierefunktion)
- Entzündungshemmende Wirkung:
- ein wichtiger Aspekt ist, dass Butyrat entzündungsfördernde Signalwege regulieren und dadurch das Immunsystem beruhigen kann.
- Regulation des Darm- pH- Wertes:
- Im Rahmen der Labordiagnostik wird bei der Mikrobiomanalyse sehr häufig ein zu basischer Stuhl- pH- Wert festgestellt. Butyrat hilft, den pH- Wert zu senken (das Milieu wird angesäuert) und so das Wachstum schädlicher Bakterien zu hemmen und das von nützlichen Bakterien zu fördern.
- Energieversorgung des Gehirns: Butyrat unterstützt über die sogenannte Darm- Hirn- Achse die Gehirnfunktion, weil es bestimmte Gehirnzellen mit Energie versorgt. Außerdem wirkt es sich positiv auf die Serotoninproduktion im Gehirn aus.
Louis Pasteur und Antoine Béchamp
„Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles“
Labordiagnostik und Postbiotika
Tatsächlich lassen sich die beschriebenen Stoffwechselprodukt der kurzzeitigen Fettsäuren im Labor nachweisen. Zum einen lassen sie sich direkt im Stuhl nachweisen. Dies kann sinnvoll sein bei akuten Darmbeschwerden. oder auch bei einem persistierenden Leaky- Gut- Syndrom. Sie können aber auch im Blut gemessen werden z.b. durch das IMD- Labor Berlin. Lesen Sie an dieser Stelle gerne mehr zum Thema der individuellen Diagnostik
Die Labordiagnostik im Blut macht vor allem dann Sinn, wenn es um systemische Fragestellungen geht wie Infektanfälligkeit, chronische Entzündungen, Fatigue oder aber depressive Verstimmungen.
Wie kann ich die Postbiotikaproduktion gezielt steigern?
Zum einen durch eine ballaststoffreiche Ernährung, die das Faecalibakterium prausnitzii zum Wachstum anregt. Je besser dieses Bakterium vertreten ist, desto mehr kurzzeitige Fettsäuren werden produziert. Mehr zu einer gezielten, ballaststoffreichen Ernährung erfahren Sie unter Ihrer Ernährungsberatung in Köln. Eine weitere Möglichkeit ist das Zuführen von isolierten Ballaststoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder aber eine Mikronährstofftherapie. Hier führt man den Vorläufer von Butyrat zu. Bei diesen Therapieansätzen ist zu beachten, dass eine zu starke, zu schnelle Steigerung der Ballaststoffzuführ Magen- Darm- Beschwerden sogar noch verstärken kann. Eine fundierte Beratung, Begleitung durch Ihre Heilpraktikerin in Köln ist empfehlenswert.
Ihre Heilpraktiker- Praxis in Köln
Birgit Schroeder
Die Blogartikel dienen ausschließlich der Information und Wissensvermittlung. Sie sind keine medizinische Beratung und dienen nicht der Diagnose oder Behandlung von Krankheiten. Wenn Sie Beratung zu gesundheitlichen Beschwerden benötigen, wenden Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin oder an andere qualifizierte Therapeut:innen.
