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Was die Forschung zeigt
Der wichtigste Beleg stammt aus einer 2015 in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine veröffentlichten Studie von Forschenden der University of California, Los Angeles (UCLA). Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Genexpression von Hautbakterien bei Menschen mit und ohne Akne unterscheidet.
Dabei stellte sich heraus, dass der Stoffwechselweg zur B12-Herstellung im Hautbakterium Propionibacterium acnes bei Akne-Patienten deutlich heruntergefahren war im Vergleich zu Menschen mit klarer Haut. Um diesen Zusammenhang genauer zu untersuchen, verabreichten die Forscher zehn gesunden Probanden eine Vitamin-B12-Injektion.
Das Ergebnis: Bei allen zehn Teilnehmern veränderte sich das Genexpressionsmuster der Hautbakterien, und bei einer Person entwickelte sich innerhalb einer Woche tatsächlich Akne. Im Labor zeigte sich außerdem, dass die Zugabe von B12 zu Bakterienkulturen die Produktion von Porphyrinen förderte – Substanzen, die bekanntermaßen Entzündungen bei Akne auslösen können.
Wie könnte der Mechanismus funktionieren?
Es ist nicht das B12 selbst, das die Haut direkt schädigt, denn normalerweise stellen die Bakterien ihr eigenes B12 her. Bekommt die Haut jedoch von außen zusätzliches B12, drosseln die Bakterien ihre eigene Produktion – und genau dieser Umschaltprozess scheint eine entzündungsfördernde Reaktion auszulösen.
Interessant ist zudem, dass bereits Studien aus den 1950er-Jahren einen möglichen Zusammenhang zwischen B12-Präparaten und Akne bei manchen Menschen nahelegten – die neuere Forschung liefert also erstmals eine mögliche biologische Erklärung für eine schon lange beobachtete Beobachtung.
Bei der Beurteilung von Studien ist es aber immer auch wichtig, die Grenzen und Schwachstellen zu erkennen und zu benennen. Hier sollen folgende Aspekte Erwähnung finden:
- Sehr kleine Stichprobe: Nur einer von zehn Probanden entwickelte tatsächlich Akne. Das bedeutet, die meisten Menschen zeigen offenbar keine sichtbare Reaktion.
- Unklar bei normaler Ernährung: Die Studienleiterin Huiying Li betonte selbst, dass unklar sei, ob die übliche Aufnahme von B12 über die Nahrung überhaupt zu Akne-Schüben führen kann. Der Effekt wurde vor allem bei höher dosierter Supplementierung (z. B. Injektionen) beobachtet.
- Keine klinischen Empfehlungen möglich: Auch mehrere Jahre nach der Studie war man vorsichtig mit konkreten Ratschlägen, solange der Zusammenhang nicht an einer größeren Gruppe von Menschen bestätigt wurde.
Fazit: Es handelt sich um eine plausible, aber noch nicht abschließend bewiesene Verbindung.
Die Dr. Bodo Kuklinski Theorie zu Vitamin B12, Biotin und Citratzyklus
Der Mediziner Dr. Bodo Kuklinski bringt B12 und Biotin über einen biochemisch realen Stoffwechselweg mit Akne in Verbindung: Beide Vitamine wirken nacheinander beim Abbau von Propionyl-CoA – einem Zwischenprodukt aus dem Fettsäure- und Aminosäurestoffwechsel. Biotin wandelt es zunächst in Methylmalonyl-CoA um, B12 anschließend in Succinyl-CoA, das direkt in den Citratzyklus einfließt.
Lesen Sie dazu auch gerne die Literatur bei Frau Dr. Orfanos Boeckel unter Buchtipps.
Kuklinskis These: Fehlt eines der beiden Vitamine, gerät dieser „Nachschub“ für den Citratzyklus ins Stocken, was die mitochondriale Energieversorgung der Zellen – auch in der Haut – schwächen und so Entzündungsprozesse begünstigen könnte.
Dr. Kuklinski ist auch der Wegbereiter der Mitochondrientherapie: Lesen Sie zur hier mehr zur Mitomedizin in Ihrer Heilpraktiker-Praxis in Köln.
Wichtig: Die biochemischen Reaktionen selbst sind unstrittig und gut belegt. Der Sprung zur konkreten Akne-Entstehung ist jedoch eine theoretische Erweiterung Kuklinskis und bislang nicht durch klinische Studien am Menschen bestätigt – anders als der eingangs beschriebene, direkt erforschte B12-Bakterien-Mechanismus.
Macht die B12-Form einen Unterschied? Cyanocobalamin vs. Hydroxocobalamin
Cyanocobalamin und Hydroxocobalamin unterscheiden sich pharmakologisch: Cyanocobalamin ist eine synthestische Form des Vitamin B12, di vom Körper erst in eine aktive Form umgewandelt werden muß. Hydroxocobalamin hingegen benötigt diesen Schritt nicht und bleibt zudem länger im Blut gebunden. Bei der Akne-Nebenwirkung selbst zeigt sich jedoch kein klarer Vorteil einer Form: Akneiforme Hautausschläge wurden in Fallberichten und Pharmakovigilanz-Daten sowohl bei Cyanocobalamin- als auch bei Hydroxocobalamin-Präparaten dokumentiert, vereinzelt auch bei Methylcobalamin.
Lesen Sie zu den einzelnen Vitamin B212-Formen gerne den sehr ausführlichen Blogbeitrag: Vitamin B12 ist nicht gleich Vitamin B12.
Das spricht dafür, dass eher der kurzfristig stark erhöhte B12-Blutspiegel selbst der auslösende Faktor ist – unabhängig von der chemischen Form des Vitamins. Wenden Sie sich gerne mit Ihrem Anliegen im Bereich der Mikronährstofftherapie an Ihre versierte Kpni-Therapeutin in Köln.
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